M “I” E (Manifest Ironischer Epik)

– Unter dem Vorwand einer ideologischen Entschärfung haben wir alle bis anhin geschriebenen Künstlermanifeste mit ironischen Anführungszeichen versehen und somit uns angeeignet.

– Unsere Stunde – die Stunde der Künstler, die auf widersprüchlichen Universalien basierende Idealstädte entwerfen – wird noch kommen. Die andere Seite dieser Münze, ein geklonter Individualismus, wurde schon vor langer Zeit mit der Geburt der Massengesellschaft entworfen.

– Wir sind die Virtuosen unserer eigenen Erfindungen. Unser leben lang üben wir die Gesten, Regeln und Prozesse unserer Serien ein und erzeugen durch kleine Mutationen neue Potentiale für unsere Projekte. Das eigenständige künstlerische Training wird uns schon bald weit über den normalen Erfahrungshorizont hinauskatapultiert haben und von diesem Jenseits, wo unsere eigenen Regeln gelten, werden auch unsere Werke wie Sterne glühen.

– Freiheit finden wir nicht nur in der offenen Weite sondern auch im Detail der Struktur. Sie entsteht in den für andere fast unsichtbaren Spielräumen innerhalb unserer genau strukturierten Serien, in den kleinen Mutationen zwischen fast identischen Strukturen.

– Unsere Kunstproduktion besteht aus zwei Feldern und zwei Hierarchien:

  • Im sogenannten Experimentalfeld können ohne ideologischen Druck neue Ideen getestet werden.
  • Im Serienfeld werden die erfolgreichsten Tests als Erstlinge aufgenommen und zur Zeremonie der Serialisierung freigegeben.
  • Die Einzelwerkhierarchie besteht von unten anfangend aus dem experimentellen Test, dem offiziellen Erstling und dem verfeinerten Serienglied.
  • Die Gesamtwerkhierarchie besteht von unten anfangend aus dem spurartigen Einzelwerk, der zeremoniellen Serie, dem epischen Projekt und dem übergeordneten Gesamtwerk.

– Europa ist ein Epos und seine Geschichte ist noch nicht zu Ende. Wir ironischen Modernisten geben zu, dass der Zusammenhalt Europas wahrscheinlich nur noch mit Hilfe der Theatralik garantiert werden kann. Folglich legen wir fest: In Zukunft sollen Ironie und Pathos zusammen unser kulturelles Spannungsfeld bilden.

Österreichischer Nationalrat, 1-3-2011

Deutscher Bundestag, 27.1.2011

 

Hexagonaler Grundriss Des Grossen Saals Im Alten Palast Der Republik, Berlin

Das Logo Vom EZPWD, Das Europäische Zentrum für Parlamentarische Wissenschaft und Dokumentation

vi er røde vi er hvide, 2010 / Lightjet print, Diasec / 150 x 150 cm

Folketinget

Letter to the Danish Parliament

Kære Mikael Schrage

I forbindelse med et kunstprojekt arbejder jeg i øjeblikket på en fotoserie af plenarsale fra forskellige nationer. Jeg har startet serien med Nationalrådssalen i Bern og ville nu gerne søge om tilladelse til at fotografere Folketingssalen i Danmark mens der er møde. I mit projekt handler det om at dokumentere den elementære struktur af plenarsalene. Hele grundplanen skulle derfor være synlig på billedet – med præsidiet i baggrunden og siddepladser i forgrunden. Plenarsalens symmetri skulle også være genkendelig. Det bedste sted at indfange disse aspekter af folketingssalen ville være oppe fra midten af den centrale balkon for tilhørerne. Salen kunne så blive dokumenteret som en helhed med et vidvinkelobjektiv. Som eksempler har jeg vedlagt et billede af Folketingssalen som er taget fra det egnede sted og et af mine fotografier af parlamentet i Schweiz.

Ville det være muligt at komme ind og fotografere et møde i folketingssalen fra den nævnte position den 29. eller 30. Oktober? Jeg skal bruge ca. halvanden time til at fotografere.

Under de vedlagte filer befinder sig også min portefolie som indeholder et kunstnerisk Curriculum Vitæ, og på min website christofferjoergensen.com findes løbende og afsluttede projekter.

Mit langsigtede mål er at dokumentere så mange nationale plenarsale som muligt. Jeg håber at den danske folketingssal kan blive det næste skridt i den retning.

Med venlig hilsen

Christoffer Joergensen

Locus Imaginarius, Final Version

Barack Obama’s Inauguration

 

A GALACTIC SENATE AS ENVISIONED BY THE MAKERS OF STAR WARS (EPISODE III)

Lit de Justice, Jean Fouquet

DER DEMOKRATISCHE LEVIATHAN, EINE KURZE GESCHICHTE PARLAMENTARISCHER SITZANORDNUNGEN SEIT DER FRANZÖSISCHEN REVOLUTION

Der demokratische Leviathan &#x2014

Parliaments, Ornaments of Outer Space, 2010 / Lightjet print mounted on dibond / 150 x 150 cm

Letter to the Swiss Parliament

Sehr geehrter Herr Stucki

Ich plane momentan im Rahmen eines Kunstprojektes eine Fotoserie von Plenarsälen verschiedener Nationen und würde daher gerne eine Genehmigung beantragen, um den Nationalratssaal während einer Sitzung zu fotografieren.

In meinem Projekt geht es darum, die elementare Struktur der Plenarsäle zu erfassen. Abgebildet werden soll der ganze Grundriss mit dem Präsidium im Hintergrund und den gegenüberlegenden Sitzplätzen im Fordergrund. Die Symmetrie des Saals soll auch erkenntlich sein. Der Nationalratssaal sollte deshalb von seiner hinteren Mitte fotografiert werden, am liebsten von dem am zentralsten gelegenen Besucherplatz auf der mittleren Tribüne. Der Saal könnte dann mit einem Weitwinkelobjektiv als ganzes erfasst werden. Als Beispiel habe ich ein Bild von der Parlamentwebsite heruntergeladen und hier beigefügt.

Wäre es möglich, bei der Sitzung vom 31. Mai von der oben erwähnten Position aus zu fotografieren?

Unter den angehängten Dateien befindet sich auch mein Dossier mit meinem künstlerischen Lebenslauf. Und auf meiner Website www.christofferjoergensen.com finden Sie abgeschlossene und laufende Projekte.

Mein langfristiges Ziel ist es, die Plenarsäle möglichst vieler Nationen unter dieser Serie zu vereinen. Ich hoffe, Sie können mir zu einem Schritt in diese Richtung verhelfen.

Mit freundlichen Grüssen

Christoffer Joergensen

LOCUS IMAGINARIUS, 2010 / Lambda print / 50 x 50 cm

Parliamentary Dark Matter

Assembled Powers

(EN)

SERIES:

Assembled Powers

In the Assembled Powers series, triangular photographs of interiors of parliaments and congress halls are mirrored on the computer to create hexagonal patterns that potentially stretch infinitely. Reminiscent of honeycombs, the structure of the patterns is cellular: inside each cell one discerns politicians going about the daily business of running their country. These patterns are then projected onto virtual spheres.

The interiority of the plenary hall  is exteriorised in the resulting works. Each cell creates a minimal illusion of depth. But as a whole the pattern creates the illusion of a large sphere protruding towards the viewer. The overall image bulges out, is extroverted in a manner of speaking, thus contradicting the interiority of the photographs’ subject matter.

Places of Power

Town halls, barrows, stone circles, temples, cathedrals, mosques, pagodas, parliaments, conference halls, courts of law, cinemas, theaters…